
Hundertacht
Malas
In der ältesten Schrift, die von diesem Gegenstand handelt, ist nicht die Perle die Hauptsache. Es ist der Faden. Er steht für das Ganze, das alles zusammenhält — und die Perlen sind die Stellen, an denen man ihn zählen kann.
Die alte Schrift
Was die Perlen zusammenhält
Es gibt eine Upanishade, die von nichts anderem handelt als von diesem Gegenstand. Sie heißt Akshamalika und ist als Gespräch angelegt: Prajapati fragt, Guha antwortet. Was er zuerst erklärt, ist nicht die Perle, sondern der Faden.
Der innere Faden aus Gold steht für das Höchste — für das, was hinter allen Erscheinungen liegt. Rechts läuft ein silberner Faden, links ein kupferner, und sie stehen für zwei Götter, die einander bedingen. Die Oberseite jeder Perle ist Sarasvati, die Unterseite Gayatri. Der Knoten ist die Natur. Und das Loch in jeder Perle, jenes Nichts, durch das der Faden läuft, ist das Wissen.
Man muss dieser Kosmologie nicht folgen, um zu sehen, was sie über die Bauweise sagt. Die Perlen sind gezählte Stationen; der Faden ist das Durchgehende. Ein Schmuckstück, dessen wichtigster Teil der unsichtbare ist — das ist eine Idee, die ein Juwelier so schnell nicht mehr loswird.
Auch die Bewegung ist vorgeschrieben. Die Reihe führt zu einer größeren Perle, der Guru- oder Meru-Perle, benannt nach dem Berg, der in dieser Kosmologie die Achse der Welt ist. Über sie geht man nicht hinweg. Wer bei ihr ankommt, dreht die Kette um und geht denselben Weg zurück. Es gibt keine Runde, die einfach weiterläuft. Ich kenne kein zweites Schmuckstück, das seinem Träger eine Bewegung vorschreibt: Ein Ring sitzt, eine Kette hängt — eine Mala verlangt etwas.
Das Wort setzt sich aus japa zusammen, der Wiederholung eines Mantras, und mala, der Girlande. Die Form stammt aus Indien, wurde von Hinduismus, Buddhismus und Jainismus gleichermaßen übernommen — und der Rosenkranz ist dieselbe Idee, einige Jahrhunderte später und zweitausend Kilometer weiter westlich.
Die Zahl
Warum 108
Darauf gibt es mehrere Antworten, und die Traditionen entscheiden sich nicht für eine. Der Buddhismus zählt 108 Kleshas, jene Trübungen des Geistes, die zwischen einem Menschen und der Klarheit stehen. Der Hinduismus kennt 108 Upanishaden. Das Sanskrit-Alphabet hat 54 Buchstaben, jeden in männlicher und weiblicher Form — wieder 108. Dazu kommen astronomische Deutungen, die schön sind und sich schlecht belegen lassen.
Mich überzeugt gerade, dass es keine eindeutige Antwort gibt. Eine Zahl, die in mehreren Kulturen unabhängig voneinander dieselbe bleibt, braucht keine Begründung mehr. Sie ist alt genug, um für sich zu stehen.
Für die Arbeit im Atelier hat sie eine sehr praktische Folge: Es sind 108 Positionen, die zueinander passen müssen. Das ist der Unterschied zu jedem anderen Stück, das ich baue.
Wie sie nach Europa kam
Ein Bild von 1982
In Indien ist die Mala so alt, dass niemand mehr nach ihrem Anfang fragt. Nach Europa kam sie als getragener Gegenstand allerdings spät — und über einen sehr bestimmten Weg. Ab 1970 gab Chandra Mohan Jain, damals „Bhagwan Shree Rajneesh“ genannt, seinen Schülern bei der Initiation einen neuen Namen und eine Mala aus 108 Holzkugeln. Wer sie trug, war erkennbar; die Kette war das Zeichen.
Zehntausende Europäer, viele davon aus Deutschland, gingen in den siebziger und achtziger Jahren nach Poona und später nach Oregon. Die Bewegung war umstritten und ist es geblieben. Was für uns hier zählt, ist etwas anderes: Für eine ganze Generation war dies der erste Moment, in dem eine Mala nicht in einem Museum lag, sondern an einem Hals hing — und in dem sichtbar wurde, dass eine Kette etwas bedeuten kann, das über Schmuck hinausgeht.
Genau an dieser Stelle setzt meine Arbeit an. Nicht bei der Bewegung, sondern bei der Beobachtung: Eine Mala ist der einzige Gegenstand, der zugleich Werkzeug, Zeichen und Schmuckstück ist. Wenn das stimmt, verdient sie auch das Material, das man einem Schmuckstück gibt.
La Haute
Die Geschichte der ersten
Ich war über fünfzehn Jahre Juwelier, hatte Hunderte Stücke entworfen und Tausende Steine in der Hand gehabt — und spürte eine ruhige Unzufriedenheit mit der Oberfläche des eigenen Handwerks. Ich wollte tiefer. Ich wusste nur nicht, wohin.

Ein Coach, der mich damals durch eine Zeit großer Veränderung begleitete, sagte nach einem langen Spaziergang nur einen Satz: „Schau dir doch einmal die buddhistischen Malas an."
Der Hinweis fiel nicht auf unvorbereiteten Boden. Ibiza ist für mich seit meiner Jugend ein Zuhause, und was sich dort zwischen Hippie-Erbe und heutiger Spiritualität herausgebildet hat, hat mich geprägt, bevor ich es wusste. Ich habe Wochen in einem Ashram auf Bali verbracht. Ich habe über Jahre beobachtet, wer diese Ketten trägt und welche Haltung sie hervorrufen. Die Mala passte in keine der Schubladen, die ich als Juwelier bis dahin bedient hatte. Genau deshalb zog sie mich an.
Ich begann zu recherchieren, wie man heute eine Mala in höchster Qualität fertigt. Die Suche führte durch Los Angeles, durch Bali, durch Nepal, durch Ibiza — und endete in München, ein paar Fahrradminuten entfernt. Dort lebt eine Frau, die seit drei Jahrzehnten Malas herstellt; nicht als Kunsthandwerkerin, sondern als Mensch mit einer eigenen, tiefen Praxis. Ich fuhr hin und klingelte. Sie öffnete, sah mich an, und der erste Satz, den sie sagte, war: „Auf dich habe ich gewartet."
Ein Jahr lang haben wir an einem Stück gearbeitet, von dem wir beide zu Beginn nicht wussten, für wen es bestimmt ist. Die Steine haben wir über Monate zusammengesucht.
Als es fertig war, habe ich es im Atelier ausgestellt — nicht, um es zu verkaufen, sondern um zu warten. Meine Partnerin hatte mir zu Beginn gesagt: „Glaub mir, die wird ihre Trägerin finden. Sie wird die Mala sehen, sie anziehen, und sie wird nicht mehr fragen, was sie kostet. Sie wird fragen, warum sie leuchtet."
Ein halbes Jahr lag sie da. Menschen nahmen sie in die Hand, sagten höfliche Sätze, legten sie zurück. Dann war eines Abends eine langjährige Kundin bei mir zu Hause, mit ihrem Mann, ein ganz normaler Abend ohne geschäftlichen Anlass. Die Mala lag zum Spaß über einer Bildhauerbüste. Sie nahm sie auf. Sie zog sie an. Dann stand sie eine Weile still und sagte, fast zu sich selbst: „Warum leuchtet das so, und warum will ich das nicht mehr ausziehen?"
Sie trägt sie seit jener Stunde. Meine Partnerin hatte recht behalten, und zwar fast wörtlich.
Die vollständige Geschichte steht in meinem Buch Schmuck, der Vermögen schafft, im Kapitel über Stücke, die ihre Menschen finden.
Woraus sie besteht
108 Entscheidungen
Den Grundton geben Tansanit-Kugeln, deren Blau an Wasser erinnert. Das Mittelstück ist ein Amethyst-Cabochon; auf seiner Rückseite, dort wo nur die Trägerin es weiß, ist ein Mantra von Hand eingraviert.
Links und rechts setzen zwei Prehnite in ihrem hellen Grün einen ruhigen Kontrast. Dazwischen liegen warm-goldene Turmaline im Facettenschliff und feine Brillanten, gefasst in geschwärztem Platin — Weiß auf Dunkel, damit sie nicht blitzen, sondern nur da sind. Den Abschluss bildet eine Quaste aus fein facettierten Amethyst-Beads, die sich beim Gehen bewegt.
Jedes Element hat eine Entsprechung in der Symbolik der Mala. Das Stück wirkt trotzdem nicht esoterisch, sondern ruhig. Es hat Gewicht, im Wortsinn und sonst.
Die Fassungen hat ein Goldschmied gefertigt, mit dem ich seit Jahren arbeite.

Die zehn Materialien
Edelsteine stehen in der Schrift
Es liegt nahe, eine Mala aus Edelsteinen für eine Verfeinerung zu halten — für die luxuriöse Fassung eines eigentlich bescheidenen Gegenstands. Das ist ein Irrtum, und die Quelle räumt ihn selbst aus.
Dieselbe Upanishade zählt auf, woraus eine Mala gemacht sein darf. Es sind zehn Materialien, und in den Übersetzungen stehen darin: Koralle oder Rubin, Perle, Bergkristall, Muschel, Silber, Gold, Sandelholz, die Frucht des Putrajiva-Baums, Lotossamen und Rudraksha. Die Fäden, heißt es weiter, seien aus Gold, Silber und Kupfer.
Das Bescheidene und das Kostbare stehen in dieser Liste nebeneinander, gleichrangig, seit Jahrhunderten. Die Mala aus Sandelholz ist eine von zehn Möglichkeiten, nicht das Original, von dem alles andere abweicht. Wer sie aus Edelsteinen baut, tut nichts Neues und nichts Anmaßendes. Er wählt aus derselben Liste.
Was sich ändert, ist die Konstruktion. Eine Mala aus Holz wird gefädelt und geknotet; eine aus Edelsteinen wird gefasst. Die Steine berühren einander nicht, sie sitzen in Metall. Das ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit — sonst reibt Stein an Stein, und nach einigen Jahren täglicher Benutzung sieht man es. Gefasst darf sie benutzt werden, und genau darum geht es.
Die Schrift beschreibt anschließend, wie eine Mala geweiht wird, mit Milch, mit Duftpasten, mit einem Mantra für jede einzelne Perle. Das ist nicht meine Aufgabe und nicht mein Anspruch. Ich baue das Stück; was danach damit geschieht, gehört der Trägerin.
Die Auswahl
Welche Steine zu welchem Menschen
Dass man Steine einer Person zuordnet, ist keine Erfindung der Gegenwart. Die indische Astrologie kennt die Navaratna, die neun Steine: Rubin für die Sonne, Perle für den Mond, rote Koralle für Mars, Smaragd für Merkur, gelber Saphir für Jupiter, Diamant für Venus, blauer Saphir für Saturn, Hessonit und Chrysoberyll-Katzenauge für die beiden Mondknoten. Sie werden in einer festgelegten Anordnung getragen, den Rubin in der Mitte, die übrigen acht darum — als Ring, als Anhänger, als Armband.
Ich bin kein Astrologe und gebe auch nicht vor, einer zu sein. Aber ich arbeite mit dem, was Menschen mitbringen. Manche kommen mit einem Geburtshoroskop. Manche mit einer klaren Vorstellung davon, was ihnen fehlt — Ruhe, Standfestigkeit, Wachheit. Manche nur mit einer Farbe, die ihnen seit Wochen nicht aus dem Kopf geht. Alles drei ist ein Anfang, und alles drei führt zu einem anderen Stück.
Am häufigsten aber steht am Anfang kein Wunsch, sondern ein Übergang. Ein Abschnitt, der zu Ende geht, und einer, der noch keinen Namen hat. Ein Beruf, der abgelegt wird. Ein Kind, das auszieht. Eine Krankheit, die überstanden ist. Ein Land, in das jemand geht oder aus dem er kommt. Fast jede Mala, die ich gebaut habe, ist an einer solchen Schwelle entstanden — und das ist kein Zufall, sondern die eigentliche Funktion dieser Form: Sie zählt etwas ab und beginnt wieder von vorn.
Deshalb frage ich zuerst nicht nach dem Stein, sondern nach der Lebenslage. Woraus kommen Sie, worauf gehen Sie zu, und was von beidem soll das Stück bei sich tragen? Wer in eine ruhige Phase geht, braucht etwas anderes als jemand, der gerade alles umstellt. Ein Stück, das in einer Krise entsteht, sieht anders aus als eines, das einen Anfang markiert — und beide werden über Jahrzehnte getragen, nicht über Monate.
Für die energetische Zusammenstellung arbeite ich mit einem Medium zusammen. Das ist keine Zutat für die Erzählung, sondern Teil meiner Arbeitsweise, seit die erste Mala entstanden ist. Ich wähle die Steine nach Qualität und Herkunft aus; welche davon zu diesem einen Menschen gehören, entscheiden wir zu dritt.
Was ich dabei nicht tue: eine Wirkung versprechen. Ich baue das Stück, so gut ich es kann, aus Steinen, die ich verantworten kann. Ob es für Sie das Richtige ist, merken Sie, wenn Sie es in der Hand halten — nicht, weil ich es Ihnen sage.
Die Längen
108, 54, 27
Eine volle Mala hat 108 Perlen. Die Tradition kennt aber auch die Teilungen: 54 für die halbe Runde, die man zweimal geht, und 27 für das Handgelenk. Beides sind keine Abkürzungen, sondern eingeführte Formen — die Rechnung geht auf, und die Praxis bleibt dieselbe.
Für ein Schmuckstück ändert das viel. Eine halbe Mala fällt kürzer und lässt sich unter einem Kragen tragen. Eine Siebenundzwanziger wird zum Armband und ist damit das Stück, das man wirklich jeden Tag trägt — auch dann, wenn eine lange Kette nicht passt.
Beides lässt sich zu einer vorhandenen Mala ergänzen, aus denselben Steinen und mit derselben Fassung. Dann gehören die Stücke sichtbar zusammen, ohne dass man zwei gleiche Ketten besitzt.
माला
mālā — Kranz, Reihe, Kette
- 108Die volle Runde. Eine Kette, die über der Brust liegt.
- 54Die halbe Mala. Zweimal gegangen, kürzer getragen.
- 27Das Handgelenk. Viermal gegangen, täglich getragen.
Eine zweite Ebene
108 kuratierte Steine
Eine Mala muss kein rein spirituelles Stück bleiben. Sie lässt sich bewusst so aufbauen, dass sie nebenbei die Architektur eines Edelstein-Portfolios trägt — und das ist keine nachträgliche Rechtfertigung, sondern eine echte Möglichkeit dieser Form.
Der Aufbau ist derselbe wie bei einem Portfolio: Im Zentrum steht ein Centerstone, der im Sammlermarkt eine eigene Adresse hat — ein unbehandelter Spitzen-Spinell, ein Padparadscha, ein feiner Paraíba. Darum gruppieren sich Steine, die entweder selbst wertstabile Positionen in kleinerer Größenordnung sind oder bewusst schmückendes Beiwerk bleiben.
Das Ergebnis ist ein Objekt, das die Funktion eines kleinen Edelstein-Portfolios in sich trägt und als Einheit getragen, vererbt oder verkauft wird. 108 Positionen, jede mit eigener Geschichte — nur eben am Körper statt im Tresor.
Die Zahlen dazu stehen auf der Seite Edelsteine als Investment. Dort steht auch die nüchterne Seite: Was ein Portfolio leisten kann und was nicht.
Aus dem Atelier
Ein Stück, vier Ansichten
Eine Mala für einen Herren. Rauchquarz, Onyx und Jade, dazwischen Rondelle aus brüniertem Gold, 18 Karat — nicht poliert, sondern dunkel gehalten, damit das Gold zurücktritt und die Steine vorn stehen. Im Zentrum ein Champagner-Diamant im Smaragdschliff, flankiert von zwei Jade-Kugeln; die schmalen Rondelle daneben sind mit Champagner-Diamanten besetzt. Ohne Quaste gebaut, damit sie sich wie eine Kette tragen lässt.
Entwürfe
Fünf Richtungen
Die folgenden Bilder zeigen keine fertigen Stücke, sondern Entwürfe. Bei einigen davon bin ich allerdings weiter, als das Bild vermuten lässt: Für mehrere dieser Richtungen habe ich die passenden Steine bereits gefunden. Sie liegen hier und warten darauf, dass jemand kommt, für den sie gedacht sind.





Wenn Sie eine dieser Richtungen anzieht, sprechen Sie mich darauf an. Dann sehen wir gemeinsam, was schon da ist — und bauen von dort aus weiter, statt bei null anzufangen.
Häufige Fragen
Was mich zu Malas gefragt wird
- Was ist eine Mala?
- Eine Gebets- und Meditationskette aus 108 Perlen, dazu eine größere, die man Guru- oder Meru-Perle nennt. Das Wort setzt sich aus japa zusammen, der Wiederholung eines Mantras, und mala, der Girlande. Sie stammt aus Indien, ist dort seit dem ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung belegt und wurde von Hinduismus und Buddhismus gleichermaßen übernommen. Im Westen kennt man dieselbe Idee als Rosenkranz.
- Warum 108?
- Dafür gibt es mehrere Erklärungen, und keine Tradition entscheidet sich für eine. Im Buddhismus nennt man 108 Kleshas, also Geistestrübungen, die zu überwinden sind. Im Hinduismus zählt man 108 Upanishaden. Das Sanskrit-Alphabet hat 54 Buchstaben, jeder in männlicher und weiblicher Form, macht 108. Und es gibt astronomische Deutungen, die hübsch sind und sich schlecht belegen lassen. Ich halte es für richtig, das offen zu lassen: Die Zahl ist alt, sie ist überall dieselbe, und das genügt.
- Kann man eine Mala tragen wie Schmuck?
- Ja, und es geschieht seit Langem. Wichtig ist nur, dass die Herkunft nicht verschwindet. Eine Mala ist zuerst ein Werkzeug und erst danach ein Schmuckstück — wer das umdreht, bekommt eine lange Kette mit Quaste und sonst nichts.
- Ist eine Mala aus Edelsteinen nicht eine Verfälschung der Idee?
- Nein — die Akshamalika Upanishad nennt zehn erlaubte Materialien, und Koralle, Rubin, Perle, Bergkristall, Silber und Gold stehen darin neben Sandelholz und Rudraksha. Das Kostbare gehört seit Jahrhunderten dazu. Was sich ändert, ist die Konstruktion: gefasst statt gefädelt, damit Stein nicht an Stein reibt und das Stück benutzt werden darf.
- Wie lange dauert das?
- An der La Haute haben wir ein Jahr gearbeitet, die meiste Zeit davon an den Steinen. Bei einer Mala müssen über hundert Positionen zueinander passen — in Farbe, in Größe, im Übergang. Das ist die eigentliche Arbeit, und sie lässt sich nicht beschleunigen.
- Kann eine Mala ein Investment sein?
- Sie kann eines enthalten. Die Architektur ist dieselbe wie bei einem Edelstein-Portfolio: ein Centerstone, der eine eigene Adresse im Sammlermarkt hat, und darum Steine, die entweder selbst wertstabil sind oder bewusst schmückendes Beiwerk bleiben. Dann trägt das Stück beides — die Ruhe der Mala und den Wert eines kuratierten Portfolios, nur am Körper statt im Tresor.
- Muss es eine volle Mala sein?
- Nein. Die Tradition kennt die Teilungen: 54 Perlen für die halbe Runde, die man zweimal geht, und 27 fürs Handgelenk. Beides sind eingeführte Formen, keine Abkürzungen. Eine Siebenundzwanziger wird zum Armband und ist damit oft das Stück, das tatsächlich jeden Tag getragen wird. Beides lässt sich aus denselben Steinen zu einer vorhandenen Mala ergänzen.
- Wie werden die Steine für mich persönlich ausgewählt?
- Im Gespräch. Manche bringen ein Geburtshoroskop mit — die indische Astrologie ordnet seit Langem neun Steine neun Planeten zu, das ist die Navaratna. Manche bringen eine Vorstellung davon mit, was ihnen fehlt, manche nur eine Farbe. Für die energetische Zusammenstellung arbeite ich mit einem Medium zusammen; ich selbst wähle nach Qualität und Herkunft aus. Eine Wirkung verspreche ich nicht — ich baue das Stück.
- Wird sie gesegnet oder geweiht?
- Das ist nicht meine Aufgabe und nicht mein Anspruch. Ich baue das Stück. Was danach damit geschieht, gehört der Trägerin und ihrer Praxis. Wer eine Weihe möchte, findet dafür Menschen, die dazu berufen sind.
Ihre Mala
Wie so etwas beginnt
Nicht mit einem Entwurf und nicht mit einem Budget, sondern mit einem Gespräch darüber, wofür das Stück da sein soll. In welcher Phase Sie gerade sind und welche gerade zu Ende geht. Ob es benutzt wird oder getragen. Ob es eine Praxis begleitet oder eine Erinnerung. Ob ein bestimmter Stein im Zentrum stehen soll oder eine bestimmte Farbe.
Danach beginnt die lange Arbeit: das Zusammensuchen. Über hundert Positionen, die in Farbe, Größe und Übergang zueinander passen müssen. Das dauert Monate, manchmal ein Jahr, und es lässt sich nicht beschleunigen — jedenfalls nicht, ohne dass man es dem fertigen Stück ansieht.
Schreiben Sie mir, was Ihnen vorschwebt. Auch dann, wenn es noch kein Bild ist, sondern nur ein Gefühl dafür, was fehlt.
Anfrage
Ihre Mala
Sprechen wir
Jedes Stück beginnt mit einem Gespräch
Ein erstes Gespräch ist unverbindlich und vertraulich. In meinem Atelier im Kunstareal, bei Ihnen, oder unterwegs.