Mahenge-Spinell, Tansania, ungefasst.
„Die meisten hochwertigen Spinelle kommen so aus der Erde, wie sie am Ende im Schmuckstück sitzen, unerhitzt, unbestrahlt, naturbelassen. In einer Branche, in der Behandlung bei vielen Edelsteinen Standard ist, ist ein naturreiner Stein von außergewöhnlicher Farbe ein starkes Argument.“
Aus meinem Buch „Schmuck, der Vermögen schafft“, Remote Verlag · Kapitel Spinell, „Was den Spinell besonders macht“
Der Stein
Der Spinell ist der vielleicht am meisten unterschätzte Edelstein der Geschichte. Jahrhundertelang wurde er für einen Rubin gehalten – der berühmte „Black Prince’s Ruby“ in der britischen Krone ist in Wahrheit ein roter Spinell.
Heute erlebt der Spinell eine Renaissance. Kenner schätzen seine außergewöhnliche Brillanz, seine Reinheit und sein Farbspektrum, das von leuchtendem Rot über Pink bis zu intensivem Kobaltblau reicht. Und: Er wird fast nie behandelt.
Herkünfte
- Burma (Mogok, Man Sin)
- Die klassische Quelle – und die beste. Burmesische Spinelle in „Hot Pink“ oder „Jedi Red“ gehören zu den begehrtesten Farbedelsteinen des Marktes. Kobaltblaue Spinelle aus Burma sind extreme Raritäten.
- Tansania (Mahenge)
- Mahenge-Spinelle in leuchtendem Pink bis Neon-Rosa haben seit ihrer Entdeckung 2007 einen Hype ausgelöst. Die Vorkommen sind begrenzt, die Nachfrage steigt kontinuierlich.
- Sri Lanka, Tadschikistan, Vietnam
- Weitere Quellen mit eigenständigem Charakter. Sri Lanka liefert schöne blaue und violette Töne, Tadschikistan historisch bedeutende rote Spinelle.
Wert und Markt
Der Spinell ist der Stein, dessen Anerkennung im Markt sich in den letzten zehn Jahren am sichtbarsten verändert hat: von der Verwechslung mit dem Rubin zur eigenen Kategorie mit eigenen Rekorden. Die Preise für Burma- und Mahenge-Steine sind in dieser Zeit deutlich gestiegen, von einem niedrigen Niveau aus.
Der „Hope Spinel“, 50,13 Karat, erzielte im September 2015 bei Bonhams in London 962.500 Pfund, damals rund 1,4 Millionen USD – Auktionsrekord für einen Spinell.
- Fast immer unbehandelt – ein entscheidender Vorteil gegenüber Rubin und Saphir
- Stark steigende Nachfrage bei noch moderaten Preisen
- Kobaltblaue Spinelle gehören zu den seltensten Edelsteinen überhaupt
- Mahenge-Spinelle sind seit 2007 vom Neufund zur eigenen Sammlerkategorie geworden
- Geringes Angebot: Spinelle werden meist als Nebenprodukt in Rubin-Minen gefunden
- Der Kennerstein: noch nicht in jedem Schaufenster, aber längst in den großen Auktionen
Qualitätskriterien
- Farbe
- Rot („Jedi Red“), Hot Pink und Kobaltblau sind die wertvollsten Farbtöne. Leuchtende, satte Farben mit guter Sättigung erzielen die höchsten Preise.
- Herkunft
- Burma ist die Referenz für Rot und Kobaltblau, Mahenge für Pink und Neon-Rosa. Die Herkunft wird im Zertifikat dokumentiert.
- Reinheit
- Spinelle sind von Natur aus oft sehr rein – augenreine Steine sind häufiger als bei Rubin oder Smaragd.
- Behandlung
- Der große Vorteil: Spinelle sind fast ausnahmslos unbehandelt. „No Heat“ ist der Standard, das vereinfacht die Bewertung erheblich.
- Größe
- Rote und blaue Spinelle über 5 Karat sind selten, kobaltblaue über 3 Karat extreme Raritäten. Pinke Spinelle sind auch größer verfügbar.
- Zertifikat
- GIA, SSEF, Gübelin oder GRS mit Herkunftsangabe. Bei Kobaltblau ist der Kobalt-Nachweis im Zertifikat wichtig.
Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung im Sinne des WpHG dar. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Anfrage
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Maximilian Hemmerle von Heckel
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